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BFI Bullion AG
January 14, 2026

Bargeld unter Druck: Neue Eskalation in der EU

Wie die meisten unserer Kunden und regelmässigen Leser sicherlich wissen, verfolgen wir bei BFI Bullion aufmerksam die Entwicklungen im andauernden und sich ausweitenden Krieg gegen das Bargeld und berichten regelmässig darüber. Wir halten dieses Thema für alle Anleger und Sparer für äusserst wichtig. Denn, aktuelle Tendenzen haben das Potenzial, die letzten Reste der Kontrolle über das eigene Geld, vollständig zu beseitigen. Sicherlich ist Bargeld anfällig, korrumpierbar und kann keinesfalls für die langfristige Werterhaltung herangezogen werden.b Es kann jedoch zumindest einen Anflug von Unabhängigkeit und Privatsphäre bieten sowie einen gewissen Schutz vor staatlicher Übergriffigkeit.

Dieser Artikel stammt aus dem aktuellen Newsletter von BFI Bullion, dem Digger, der am 18. Dezember 2025 veröffentlicht wurde. Um den aktuellen Digger vollständig zu lesen, klicken Sie hier.

Es dürfte wohl niemanden überraschen, dass die jüngste Eskalation im Krieg gegen Bargeld erneut von der EU ausging. Wie das Europäische Parlament triumphierend verkündete, hat es nun „ein Gesetzespaket verabschiedet, das die Instrumente der EU zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung stärkt“. Der umstrittenste Teil des neuen Anti-Geldwäsche-Pakets sieht vor, dass alle Geschäftstransaktionen über 10.000 Euro in bar ab Juli 2027 in der gesamten EU illegal sein werden. Die nationalen Regierungen können weiterhin eigene Obergrenzen für Beträge unterhalb des EU-weiten Schwellenwerts festlegen. Dies bedeutet, dass die Beschränkungen in einigen Mitgliedstaaten künftig sogar noch strenger ausfallen könnten.

Tatsächlich gibt es bereits Fälle, in denen Bargeldtransaktionen strengeren Vorschriften unterliegen als der EU-Obergrenze, die ausschliesslich für geschäftliche Zahlungen gilt. In Italien beispielsweise sind Bargeldtransaktionen auf nur 5.000 Euro begrenzt, was jedoch auch Zahlungen zwischen Privatpersonen umfasst. Darüber hinaus kündigte das Europäische Parlament an, dass „zur Überwachung der neuen Vorschriften zur Bekämpfung der Geldwäsche eine neue Behörde – die Behörde für die Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung (AMLA) – in Frankfurt eingerichtet wird“. Dies bringt eine weitere Bürokratieebene und zusätzliche Belastungen für die Steuerzahler mit sich.

Noch interessanter ist jedoch, dass die noch wichtigeren, jedoch kleingedruckten Bestimmungen in der Berichterstattung meist unbesprochen blieben. Zwar werden Transaktionen über diesem 10.000 € Schwellenwert verboten, doch bedeutet dies nicht, dass Barzahlungen unterhalb dieser Grenze völlig unberührt bleiben. Im Gegenteil: Bei allen Barzahlungen zwischen 3.000 € und 10.000 € muss eine Identitätsprüfung durchgeführt werden. Das bedeutet, dass Bürger, die selbst diese viel geringeren Beträge überweisen möchten, jegliche Privatsphäre und Anonymität verlieren, die Bargeld normalerweise bietet.

Der Trend ist klar und das schon seit Jahren. Nach und nach wird Bargeld in der EU unter dem Vorwand, Geldwäscher, Terroristen und Übeltäter aller Art zu bekämpfen, gezielt abgeschafft. Das Problem ist, dass nicht die Übeltäter tatsächlich bestraft werden. Schliesslich sind echte Kriminelle dafür bekannt, dass sie Wege finden, gesetzliche Hindernisse zu umgehen – das ist ja die Definition von 'kriminell'. Stattdessen sind es normale, gesetzestreue Bürger, die die Hauptlast all dieser Vorschriften tragen und deren Rechte mit Füssen getreten werden.

Source: ECB, ING

Die Beweislast wird auf absurde Weise umgekehrt: Die Politik verlangt von den Bürgern, ihre Unschuld zu beweisen, bevor sie mit ihrem hart verdienten Geld normale Alltagsaktivitäten und Transaktionen durchführen können. Nachdem es gelungen ist, die freie Verwendung von Bargeld auf 3.000 Euro zu begrenzen, steht den Regulierungsbehörden kaum noch etwas im Wege, diesen Betrag noch weiter zu senken - möglicherweise bis zum Punkt, wo Bargeld völlig unbrauchbar wird und alle wirtschaftlichen Aktivitäten auf digitale Wege verlagert werden müssen.

Dies könnte das letzte Puzzleteil sein, das die EU-Gesetzgeber vor der Einführung der CBDC oder der Entwicklung des „digitalen Euro“ noch zusammenfügen müssen. Schliesslich ist die komplette Abschaffung von Bargeld die einzige Möglichkeit, eine breite Akzeptanz einer staatlich kontrollierten, digitalen Währung zu erwirken. Denn Bargeld ist die nahestehendste Option, die skeptische Bürger für sich nutzen würden, um der extremen Kontrolle und Überwachung einer CBDC zu entziehen. Der einzige nicht kompromittierte Zufluchtsort vor staatlichen Übergriffen und zentraler Kontrolle sind somit physische Edelmetalle, insbesondere wenn sie ausserhalb des Bankensystems sicher gelagert werden.

Lesen Sie den gesamten BFI Bullion Digger hier.

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