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BFI Capital
February 4, 2026

Ray Dalio in Davos: Die sich wandelnde Weltordnung

Ray Dalio, der Gründer von Bridgewater Associates und Dalio Family Office, gab kürzlich in Davos ein Interview. Einige seiner Erkenntnisse waren besonders interessant für alle, die sich fragen, was tatsächlich hinter den beispiellosen Entwicklungen steckt, die wir in letzter Zeit auf den Märkten beobachten konnten - unter anderem bei Gold und Silber. Er ist überzeugt und wir bei BFI stimmen ihm zu, dass das nur ein kleiner Bruchteil einer grösseren Veränderung ist. 

Dalio verweist auf seine berühmten „fünf grossen Kräfte“, die die Wirtschaft, die Märkte und die Weltordnung prägen. Er sieht deutliche Parallelen zu anderen historischen Zyklen. So glaubt er, dass die Risse in der Währungsordnung zu offensichtlich sind, um sie zu ignorieren: Die Verschuldung ist seit einiger Zeit untragbar hoch, und das Vertrauen in das System schwindet. Gleichzeitig gibt es in den meisten fortgeschrittenen Volkswirtschaften ernsthafte interne Konflikte und das globale geopolitische Kräfteverhältniss entfernt sich vom US-zentrierten Modell der letzten Jahrzehnte.

Des weiteren spielen Naturereignisse laut Dalio eine entscheidende Rolle - wie sie es schon immer in der Geschichte der Menschheit getan haben. „Überschwemmungen, Dürren und Pandemien haben mehr Menschen getötet als Kriege“, betont er, daher ist es kein Wunder, dass die vollständigen Auswirkungen und Folgen der Covid-Krise noch immer Teil der Gleichung sind.

Abschliessend unterstreicht Dalio die Bedeutung der Technologie und des Wettlaufs im Breiech künstliche Intelligenz: „Wer den Technologiekrieg gewinnt, wird auch den militärischen und geopolitischen Krieg gewinnen. Er wird den Wirtschaftskrieg gewinnen.“ Er argumentiert, dass technologische Dominanz die nächste Ära der globalen Führungsrolle bestimmen wird.

Der vielleicht auffälligste Teil des Interviews war Dalios Erklärung, wie verzerrt die Wertentwicklung von Vermögenswerten erscheinen kann, wenn man sie durch die Brille einer schwächelnden Währung betrachtet. „Wenn Sie in der Schweiz wären und die Renditen amerikanischer Aktien und Anleihen betrachten würden, würde das ganz anders aussehen, als wenn Sie ein Amerikaner wären, der durch die Brille des Dollars schaut... Wenn Sie das Geld abwerten, sieht es so aus, als würde alles steigen”. Dies bedeutet, dass die „rekordverdächtige Rallye” an den US-Märkten wohl eine Illusion ist. Was wir tatsächlich sehen, ist nicht das Wachstum der US-Wirtschaft, sondern der Tod des Dollars.

All dies trägt dazu bei, den historischen Anstieg des Goldpreises zu erklären - eine Vertrauenskrise nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern gegenüber Fiat-Währungen im Allgemeinen. Dalio drückt es so aus: „Betrachten Sie Gold nicht als ein Metall, für das es einen Spekulationsmarkt gibt. Betrachten Sie es als ein Geld, das von den Zentralbanken als Geld behandelt wird. Es ist die zweitgrößte Reservewährung.“

Angesichts steigender Schuldenlasten, sich verändernder geopolitischer Allianzen, rasanten technologischen Fortschritts und schwächer werdender Währungsstabilität ist Dalios Botschaft klar: Wir befinden uns mitten in einem tiefgreifenden Strukturwandel. In solchen Zeiten kehrt Gold zuverlässig zu seinem ursprünglichen Zweck zurück – nicht zur Spekulation, sondern als Zahlungsmittel.

Sehen Sie sich das vollständiges Interview hier an.

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