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BFI Bullion AG
May 5, 2026

Dirk Steinhoff: Neue Führung, neues Kapitel für BFI Bullion

Zu Beginn des Jahres ist Dirk Steinhoff, der ehemalige Chief Investment Officer unserer Schwesterfirma BFI Infinity, als neuer Chief Executive Officer zu uns bei BFI Bullion gestossen. Dirk ist seit mehr als 18 Jahren Mitglied des Leadership-Teams der BFI-Gruppe, und wir freuen uns sehr, seine wirtschaftlichen, geopolitischen und strategischen Fachkenntnisse sowie seine praktische Erfahrung an der Spitze unseres Unternehmens nutzen zu können.

Dieser Artikel stammt aus dem aktuellen Newsletter von BFI Bullion, dem „Digger“. Um die neueste Ausgabe des „Digger“ vollständig zu lesen, klicken Sie hier.

Im folgenden Gespräch spricht er über seine Vision für die nächste Phase von BFI Bullion und seine Pläne, auf unseren Grundwerten aufzubauen.

Sie waren fast zwei Jahrzehnte lang als CIO bei BFI Infinity tätig, wobei Ihr Schwerpunkt auf der Vermögensverwaltung und dem Portfolioaufbau lag. Was hat Sie dazu bewogen, die Leitung des physischen Edelmetallgeschäfts der Gruppe zu übernehmen, und wie beeinflusst Ihre „CIO-Perspektive“ die Art und Weise, wie Sie heute ein Edelmetallunternehmen führen?

Dieser Schritt fühlt sich für mich ganz natürlich an, denn ich wechsle nicht wirklich zu einem neuen Unternehmen – ich kehre nach Hause zurück. Ich bin seit 2007 Teil der BFI Capital Group. Unser Edelmetallgeschäft wurde ursprünglich innerhalb des Vermögensverwaltungsgeschäfts aufgebaut und später als eigenständiges Unternehmen ausgegliedert, das zunächst den Namen Global Gold trug. Das bedeutet, dass ich intensiv an der Gründung, der Leitung und schliesslich der Ausgliederung des Edelmetallgeschäfts beteiligt war. In vielerlei Hinsicht kenne ich dieses Unternehmen schon seit seinen Anfängen.

Allerdings hat sich seitdem viel verändert; intern, aber vor allem auch im externen Umfeld. Wir leben heute in einer völlig anderen Welt, und in der heutigen Lage sind physische Edelmetalle wohl wichtiger denn je.

Ausschlaggebend für diesen Schritt war, dass der Zeitpunkt genau richtig schien. Bei BFI Infinity hatten wir ein hervorragendes Team aus erfahrenen und bewährten Fachleuten aufgebaut und alle notwendigen Instrumente und Prozesse eingeführt, sodass der Betrieb auch ohne meine tägliche Mitwirkung reibungslos läuft. Ebenso wichtig war die kürzliche Einführung von Primorum durch BFI Bullion. Ich halte Primorum für ein wirklich einzigartiges Angebot: das erste und einzige seiner Art in der globalen Edelmetallbranche. Ich glaube fest an diesen neuen Integritätsstandard für Edelmetalle und bin von seinem Potenzial wirklich begeistert. Es ist mir eine Ehre, das Team zu leiten, das ihn als Branchenmassstab etablieren wird.

Was meine „CIO-Perspektive“ angeht, so bin ich überzeugt, dass sie in dieser neuen Rolle von grossem Wert sein wird. Sie ermöglicht es mir, Gold und Edelmetalle nicht nur als Handelsgüter zu betrachten, sondern als wichtiges Instrument des Risikomanagements im Rahmen eines breiteren Portfoliokontexts. Da ich seit fast zwei Jahrzehnten aktiv Edelmetallallokationen verwalte, bin ich mit allen Argumenten dafür und dagegen bestens vertraut. Zudem verschafft mir meine Erfahrung als CIO ein tiefes Verständnis für die miteinander verflochtenen operativen Aspekte wie IT-Systeme, Bankbeziehungen, Verwahrungslösungen und Berichtspflichten. Diese Perspektive hilft mir nun dabei, unsere Dienstleistungen deutlich zu stärken, wobei der klare Fokus auf der Verbesserung unseres B2B-Angebots liegt, ohne dabei unser bestehendes Geschäft aufzugeben.

Nachdem Sie bei BFI Infinity komplexe globale Portfolios verwaltet haben: Was ist Ihrer Meinung nach der wesentlichste psychologische oder operative Unterschied in der Herangehensweise von Anlegern an „Papiervermögen“ im Vergleich zum physischen Besitz von Gold?

Zwischen den beiden Ansätzen besteht ein wesentlicher psychologischer Unterschied. Bei der Verwaltung von Papierwerten verlassen sich Anleger im Wesentlichen darauf, dass die Gegenparteien – seien es Banken, Broker oder andere Finanzinstitute – ihre Verpflichtungen erfüllen. Diese Lösungen funktionieren unter normalen Marktbedingungen in der Regel gut und spielen für viele Kunden nach wie vor eine wichtige Rolle. Bei BFI Infinity bieten wir Zugang zu physischen Edelmetallen über börsengehandelte Wertpapiere, die durch zugewiesenes Gold und Silber gedeckt sind. Diese Instrumente ermöglichen ein bequemes und effizientes Engagement innerhalb eines diversifizierten Portfolios.

Im Gegensatz dazu wird das Kontrahentenrisiko durch den direkten physischen Besitz von Edelmetallen, wie er von BFI Bullion angeboten wird, vollständig ausgeschlossen. Viele Kunden berichten uns, dass in dem Moment, in dem sie einen physischen Barren in den Händen halten oder sehen, dass ihre Edelmetalle sicher in einem separaten Schweizer Tresor ausserhalb des Bankensystems gelagert sind, ein echtes Gefühl der Ruhe und des Eigentums entsteht. Dies vermittelt eine einzigartige Form der Sicherheit, die ein Kontoauszug einfach nicht bieten kann.

Das soll nicht heissen, dass das Engagement in Edelmetallen innerhalb des Bankensystems keinen Platz mehr hat – das hat es durchaus. Beide Ansätze bedienen unterschiedliche Kundenbedürfnisse und können, je nach individuellen Zielen und Präferenzen, problemlos nebeneinander bestehen.

Sie haben Bauingenieurwesen und Betriebswirtschaft studiert. Beeinflusst diese „ingenieurwissenschaftliche Denkweise“ Ihre Herangehensweise an die operative Seite des Edelmetallgeschäfts?

Mein akademischer Hintergrund prägt massgeblich meine Sichtweise auf die Goldbranche. Im Ingenieurwesen gefährdet ein instabiles Fundament oder eine beeinträchtigte strukturelle Integrität das gesamte Bauwerk, ganz gleich, wie beeindruckend die Fassade auch erscheinen mag. Diesen Grundsatz wende ich auf unser Geschäft an, insbesondere in den Bereichen Handel, Verwahrung und Logistik. Wenn wir über unsere Dienstleistungen sprechen, und insbesondere über Primorum, sprechen wir letztlich über strukturelle Integrität. Geprüfte Qualität, eingebettete Integrität und gesicherte Liquidität der Edelmetalle unserer Kunden sind daher keine Merkmale, sondern Notwendigkeiten. Ein einziger Schwachpunkt in der Verwahrungskette, wie beispielsweise gemischte Lagerung oder undurchsichtige Berichterstattung, kann die Integrität der gesamten Struktur untergraben.

Eine weitere Eigenschaft, die ich aus meinem Ingenieurstudium mitgebracht habe, ist ein kompromissloser Sinn für Details. Ich war schon immer der Überzeugung, dass es weitaus effektiver ist, im Vorfeld die nötige Zeit zu investieren, um etwas richtig aufzubauen, zu verfeinern, gründlich zu testen und die zugrunde liegenden Annahmen zu hinterfragen, als den Prozess zu beschleunigen und Mängel erst später zu beheben. Diese Einstellung hat meine Arbeit während meiner gesamten Laufbahn bei BFI geprägt und beeinflusst nach wie vor unmittelbar die Art und Weise, wie wir unsere Plattform gestalten und betreiben.

Können Sie uns etwas mehr über den Primorum-Standard erzählen? Was macht ihn Ihrer Meinung nach so einzigartig?

Primorum entstand aus einer ganz einfachen Beobachtung: Die Art und Weise, wie der Besitz von physischem Edelmetall traditionell funktioniert, weist eine strukturelle Schwäche auf. Seit Jahrzehnten stützt sich der Edelmetallmarkt weitgehend auf Vertrauen (Papierzertifikate, Zusicherungen hinsichtlich Herkunft und Verwahrung), während Anleger selten einen echten Einblick darin haben, was tatsächlich hinter den Kulissen geschieht. In einem typischen Privatkunden-Geschäftsmodell stammt Gold oft aus dem Sekundärmarkt. Diese Barren haben möglicherweise schon viele Male den Besitzer gewechselt, wurden unter unklaren Bedingungen gelagert und werden in der Regel von Unterlagen begleitet, die nur begrenzte Sicherheit bieten. Es gibt zahlreiche dokumentierte Fälle, in denen sich Zertifikate als unzuverlässig oder gefälscht herausstellten, und mit dem technologischen Fortschritt haben diese Risiken nur noch zugenommen.

Mit Primorum wollten wir diese Logik auf den Kopf stellen. Die Idee war, Vertrauen durch Gewissheit zu ersetzen – gestützt auf objektive und überprüfbare Nachweise hinsichtlich Herkunft, Echtheit und Qualität. Das beginnt bereits bei der Beschaffung. Primorum-Barren werden ausschließlich direkt von führenden, LBMA-zertifizierten Schweizer Raffinerien wie Argor-Heraeus und Valcambi bezogen. Indem wir den Sekundärmarkt vollständig ausschliessen, beseitigen wir das, was ich oft als „Nebel des Sekundärmarkts“ bezeichne.

Sobald ein Barren hergestellt ist, gelangt er direkt in hochsichere Schweizer Tresore, ohne jemals in den allgemeinen Handelskreislauf zu gelangen. Jeder Barren ist vollständig zugeordnet, individuell identifizierbar und durch lückenlose Dokumentation über die gesamte Verwahrungskette hinweg abgesichert. Für Anleger bedeutet dies zweierlei. Erstens: absolute Klarheit darüber, was sie besitzen. Und zweitens: Liquidität von Grund auf. Primorum-Produkte sind in ein vordefiniertes Rückkaufsystem eingebettet, das bei Bedarf einen zuverlässigen Wiederverkauf ermöglicht, wodurch Liquidität zu einem integralen Bestandteil des Eigentums wird und nicht erst im Nachhinein in Betracht gezogen wird.

Wie Sie bereits erwähnt haben, leben wir heute in einer ganz anderen Welt, und tatsächlich beobachten wir einen deutlichen Wandel hin zu einer multipolaren Weltordnung, die mit vielen neuen Risiken und Herausforderungen einhergeht. Hat sich die Rolle von Gold Ihrer Ansicht nach von einer „taktischen Absicherung“ zu einem „Kernanker“ gewandelt, insbesondere für den Privatanleger?

Was wir derzeit erleben, würde ich als den „grossen Wandel“ bezeichnen. Die unipolare, auf den Dollar ausgerichtete Welt, die wir seit Jahrzehnten kennen, neigt sich langsam, aber unweigerlich dem Ende zu. Die Machtverhältnisse verschieben sich, die Weltordnung wird zunehmend fragmentierter, und unerwartete Entwicklungen – insbesondere auf geopolitischer Ebene – treten immer häufiger auf.

In dieser neuen multipolaren Weltordnung gewinnt Gold allmählich seine Rolle als ultimativer monetärer Anker zurück. Dies lässt sich bereits sehr deutlich am Verhalten der Zentralbanken ablesen. Sie kaufen seit Jahren in Rekordmengen Gold, und zwar kontinuierlich. Praktisch gesehen bauen sie damit eine Absicherung für das Fiat-Geldsystem auf. Und während offizielle Erklärungen nach wie vor das Vertrauen in ihre Währungen betonen, sprechen ihre Taten eine andere Sprache.

Für Privatanleger sieht die Sache nicht viel anders aus. Wenn die Zentralbanken das Bedürfnis nach einer Absicherung verspüren, sollten Privatpersonen dies ebenfalls tun. Gold ist nicht mehr nur eine taktische Absicherung gegen Inflation, Krieg oder die nächste Krise – etwas, das man je nach Schlagzeilen kauft und wieder verkauft. Es kehrt zunehmend zu seiner historischen Rolle als zentrales monetäres Anlageinstrument zurück. In diesem Sinne ähnelt Gold ein wenig der Schweiz selbst. In einer Welt, in der Geopolitik Währungen, Märkte und sogar ganze Anlageklassen zunehmend beeinflusst, bleibt Gold eine der wenigen wirklich neutralen Anlagen. Und genau diese Neutralität macht es in dem Umfeld, in dem wir heute leben, so wertvoll.

Lesen Sie den gesamten Artikel „BFI Bullion Digger“ hier.

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